17.01.2013

LAPP bei Wikipedia

Light Art Performance Photography

Aus MARJORIE-WIKI

 

 

Wechseln zu: Navigation, Suche

 Light Art Performance Photography  (deutsch: Lichtkunst-Aufführungsfotografie, Abkürzung: LAPP) ist eine Technik in der Fotografie zum Visualisieren und Akzentuieren mit Licht. Dabei ist LAPP eine Symbiose aus Langzeitfotografie und Lichtkunstaufführung. Durch die Anforderung, komponierte und einstudierte Lichtbewegungen sowie spezielle technische Herangehensweisen in einer Performance zu vereinen, kann diese dynamische Bewegung in Langzeitbelichtungen festgehalten werden.

 

Die fotografische Technik Light Art Performance Photography wurde im Juni 2007 vom Fotografen JanLeonardo Wöllert in den Anfängen entdeckt und benannt. Im September 2007 gründeten JanLeonardo Woellert und Joerg Miedza das Projekt LAPP-PRO und perfektionierten gemeinsam Technik und Herangehensweise der Light Art Performance Photography. Eine große internationale Aufmerksamkeit und Berichterstattung im Internet, Fotopreise sowie zahlreiche internationale Publikationen machten die beiden Lichtkunstfotografen mit Ihrer LAPP Technik weltweit bekannt.

 

Wie in der Nachtfotografie wird ein Stativ, ein Fernauslöser und im Idealfall eine Spiegelreflexkamera verwendet, da Belichtungszeiten bis zu einer Stunde und mehr möglich sind. Digitale Spiegelreflexkameras zeichnen sich gegenüber Kompaktkameras besonders durch rauschärmeres Sensorverhalten bei Langzeitbelichtungen aus, da sie im Normalfall größere Sensoren besitzen. Als Lichtquellen eignen sich LED-Lampen (hohe Lichtentwicklung auf kleiner Fläche, Farbmischung durch RGB-LEDs, daneben auch sparsam), Elektrolumineszenz, Pyrotechnik, Feuer und brennbare Gase sowie Blitzlampen.

 

Performance kann mit Aufführung und/oder Darstellung aus dem Englischen übersetzt werden. Ähnlich wie bei einem Tanz müssen Schritte und Bewegungen geplant, einstudiert und nach einem festen Muster sowie Ablauf durchgeführt werden. Performance als künstlerische Ausdrucksform soll einen leichteren Zugang bieten und beschreibt eine gewisse Wiederholbarkeit.

Die Performance-Künste sind in Formgebung und -findung frei, jedoch ist die Aufführungsreihenfolge in der Herangehensweise organisiert. Die Gesamtperformance besteht aus Lichtkunstaufführungen und Herangehensweisen zur Steuerung und Abwicklung. Nicht jeder dieser Schritte ist später als Ergebnis zu sehen, dennoch ist jeder erforderlich, um die gewünschten Effekte in der Fotografie zu erzeugen.

Neben Vorstellungskraft, Fantasie und Kreativität braucht der Darsteller vor allem Körperbeherrschung, sowie präzise Schrittfolgen mit synchronisierter und/oder choreographierter Lichtführung. Im kreativen Zusammenspiel zwischen Künstler und Fotograf sollen besondere Ergebnisse erzielt werden.

 

Der deutlichste Unterschied zu anderen Lichtkunstformen, wie zum Beispiel dem Light Painting, besteht darin, dass nicht ausschließlich Formen nachgezeichnet, Gegenstände illuminiert oder Gebilde ohne gezielte Lichtführung dargestellt werden. LAPP ist in der Regel keine Studioproduktion, sondern wird in detailreichen Aufbauten, Landschaftsszenarien oder historischen Orten eingebettet. Hintergrund und Lichtkunstaufführung ergeben nur in harmonischer Kombination ein ansprechendes Ergebnis von Einbettung und Aussage. Die Light Art Performance Photography mit ihren Lichtelementen wird nicht durch mehrere Ebenen oder Computermanipulation erzielt.

 

In der Kategorie Einzelbild wurde ein Werk der Light Art Performance Photography als eine eindrucksvolle neue Technik der Visualisierung im November 2008 im Haus der Wissenschaft in Bremen ausgezeichnet. Der "Deutsche Preis für Wissenschaftsfotografie" war mit 10.000 Euro dotiert und wird von der Zeitschrift Bild der Wissenschaft (Konradin Verlagsgruppe) vergeben.

 

  1. Haus der Wissenschaft, Zugriff am 2. Februar 2009
  2.  
  • JanLeonardo Woellert & Joerg Miedza - Faszination Lichtmalerei: Die Kunst der Light Art Performance Photography, 09/2010, dpunkt Verlag, ISBN 978-3-89864-669-7
  • R. Klanten, S. Ehmann, und M. Hübner - Tangible Book: High Touch Visuals, Die Gestalten Verlag, ISBN 978-3-89955-232-4
  • D-Lux Magazin - for Architecture and Lightning Products, ISBN 977-17-2080100-0
  • fotoforum - Fotografie und Präsentation, 3/2008, fotoforum-Verlag e.K.
  • Bild der Wissenschaft - Ins rechte Licht gerückt, 12/2008, Konradin Verlagsgruppe